Yannic und Michel

– Michel, 31 J., Seftigen
Fliegt seit 2022
Fantasia – Phi
Beat 2 Light – Phi
– Yannick, 26 J., Burdgorf
Fliegt seit 2022
Alpha 4- Advance
Beat 2 Light – Phi
August 2025
Wie seid ihr zum Gleitschirmfliegen gekommen – und wieso gerade zusammen?
Bei mir (Michel) wurde die Suche nach einem „weiteren“ Hobby durch die Corona-Pandemie ausgelöst. Ich suchte eine Aktivität die – nicht wie Motorradfahren mit der Winterpause oder Judo mit den Kontaktbeschränkungen – das ganze Jahr und mit möglichst vielen Freiheiten praktiziert werden konnte.
Yannic hatte drei Jahre zuvor für eine Vertiefungsarbeit während der Berufsschule den Grundkurs absolviert, aber die Ausbildung nicht beendet.
Daher fassten wir den Entschluss dieses Projekt gemeinsam in Angriff zu nehmen und brevetierte Piloten zu werden.
Ihr habt die Ausbildung vor rund drei Jahren mit Andy gemacht – was bleibt euch besonders in Erinnerung?
Die Ausbildung bei Andy haben wir als praxisorientierte, zielstrebige und erfahrungsreiche Schulung in Erinnerung. Seine direkte, offene und ehrliche Art das nötige Wissen und Können zu vermitteln, haben wir persönlich sehr geschätzt und hat uns schnell vorangebracht.
Während unserer Ausbildung haben wir doch das ein oder andere Mal Fluggebiete mit anderen Schulen „geteilt“ und dabei ist uns seine gut strukturierte, teils Effizienz fokussierte Unterrichtsart aufgefallen – was im Gegensatz zu den anderen Schulen mehrheitlich lockerer ausgelebt wurde.
Ihr seid Mitglieder der Air Base Flyers und seid manchmal auch als Startleiter im Einsatz – was gefällt euch an diesem Engagement?
Wir schätzen das uns entgegengebrachte Vertrauen von Andy welches wir geniessen dürfen, wenn wir Schüler bei ihren ersten und auch darauffolgenden Höhenflügen begleiten. Zudem geben wir gerne eigene Erfahrungen und Erlebnisse weiter und unterstützen zukünftige Piloten bei ihrer Ausbildung. Dabei konnten wir feststellen, dass auch wir uns im eigenen Können und Wissen weiterentwickeln, wenn wir bei den Schülern die Grundtechniken wiederholt vermitteln.
Durch die positiven Rückmeldungen und happy Flugschüler sind wir bestärkt, dass wir auch zukünftig mit an den Startplatz kommen.
Kürzlich habt ihr eure ersten B-Schirme gekauft – natürlich den Gleichen! Was hat euch bei der Wahl überzeugt?
Dank der erfahrenen und persönlichen Beratung durch Andy konnten wir rasch einen Gleitschirmhersteller selektieren und danach innerhalb dieser Marke das passende Modell für unsere Bedürfnisse finden.
Dass es, abgesehen von der Grösse, die gleichen Schirme sind, kann man als brüderliche Intuition bezeichnen. Oder aber, dass uns beiden einfach der gleiche Schirm in der gleichen Farbe gefallen hat.
Was hat euch das Testen verschiedener Schirme vor dem Kauf gebracht?
Durch das Testen der Schirme durften wir den grossen Unterschied von unserer A-Klasse zur B-Klasse erfahren und erlebten auch die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Schirm-Modelle. Das hat uns ein besseres Gefühl bei der Entscheidung gegeben.
Ihr macht beide Judo. Seht ihr Parallelen zwischen Judo und Gleitschirmfliegen?
Das müssen wir etwas verneinen. Während meiner Ausbildung (Michel) mit Andy gab es zwischendurch Momente, die für Schrecksekunden gesorgt haben, da Judo mehr von Energy und Impulsen lebt, dadurch habe ich zwischendurch das Feingefühl für den Schirm nicht gefunden und Andy musste mich korrigieren. Dafür war ich aber bestens gewappnet für Landungen mit Makel, da wir im Judo das Abrollen und Fallen intensiv trainieren.
Was bedeutet euch das gemeinsame Fliegen als Brüder?
Wenn wir gemeinsam in der Luft sind, stärkt diese Aktivität unser Band als Brüder zueinander. Das Vertrauen zum anderen, das wir während dem Flug haben, ist bestimmt grösser als zu anderen Piloten, da wir das gegenseitige Handeln und die Absichten bereits voraussehen und somit das Hobby mehr geniessen können.
Gibt es ein Flugerlebnis, das euch besonders verbunden hat oder das ihr nie vergessen werdet?
Ja, ein ganz Bestimmtes gibt es. Gemeinsam mit der Familie planen wir jedes Jahr den Muttertags-Brunch auf dem Stockhorn und haben uns seit der Brevetierung für den Abstieg ins Tal, wenn möglich den Luftweg vorgenommen.
Bei einem dieser Ausflüge unterschätzen wir eine nahende Regenfront, wobei Yannic von den aufsteigenden Luftmassen mitgesogen wurde und für mehrere Minuten im Blindflug in dieser Wolke geflogen ist. Dank unserer Funkverbindung konnte er schliesslich aus der Regenwolke herausfliegen und wir konnten danach mit einem leichten Schrecken und durchnässt in Erlenbach im Simmental sicher landen. Seitdem ziehen wir etwas grössere Kreise um verdächtige Wolken.
Wohin möchtet ihr als nächstes fliegen – habt ihr ein gemeinsames Flugziel?
Ein gemeinsames Flugziel, auf das wir hinarbeiten, gibt es zurzeit noch nicht. Wir möchten aber mit dem Ausdehnen der Fluggebiete in der Schweiz unsere Erfahrung erweitern. Auch eine Reise ins Ausland steht sicher irgendwann mal im Kalender.
Was würdet ihr jemandem sagen, der mit dem Gedanken spielt, mit dem Gleitschirmfliegen anzufangen?
Geeignet ist das Gleitschirmfliegen für Personen, welche gerne mit der Natur interagieren und für einige Zeit dem Alltag und der Hektik auf der „Erde“ entfliegen wollen. Gleichzeitig gibt dir das Fliegen eine Unabhängigkeit und die Möglichkeit dich stetig weiter zu fordern und zu entwickeln.
Unsere Empfehlung ist; melde dich für einen Schnuppertag bei der Flugbasis und erlebe das Gefühl vom Fliegen gleich direkt.