Persönlicher Rückblick auf Task 3

Heute stand eine rund 84 Kilometer lange Strecke auf dem Programm, die sich grösstenteils durch die Berge zog und mit einem Endanflug über das Flachland abschloss. Trotz der anspruchsvollen Route wurde der Task von den Schnellsten in knapp zwei Stunden absolviert – ein eindrücklicher Beweis dafür, wie hoch das Niveau im Paragliding World Cup inzwischen ist.

Besonders beeindruckend waren die geringen Zeitabstände im Ziel. Zwischen dem Tagessieger und Platz 25 lag gerade einmal eine Minute. Nach nur fünf Minuten waren bereits 86 Pilotinnen und Piloten im Ziel. Das zeigt eindrücklich, wie eng das Feld beieinanderliegt und dass bereits kleinste Fehler oder Verzögerungen mehrere Plätze kosten können.

Für mich persönlich war heute erneut ein sehr lehrreicher Tag. Nach meiner langen Wettkampfpause muss ich mich vor allem an die Leistung der modernen CCC-Schirme gewöhnen. Besonders beim Endanflug merke ich, wie viel sich in den letzten Jahren verändert hat. Heute begann ich den Endanflug mit einer erforderlichen Gleitzahl von rund 11. Obwohl ich während des gesamten Endanflugs Vollgas geflogen bin, kam ich immer noch deutlich zu hoch im Ziel an. Das zeigt mir, dass ich künftig noch etwas früher auf den Endanflug gehen kann, ohne unnötig Zeit zu verlieren.

Genau solche Erfahrungen sind unglaublich wertvoll. Mit jedem Task gewöhne ich mich besser an das Material und an das hohe Tempo im Weltcup. Ich freue mich bereits auf den nächsten Wettkampftag und bin gespannt, welche Herausforderungen die kommende Aufgabe bereithält. 🪂

Hier folgt der offizielle Rennbericht der PWCA in deutscher Übersetzung.

Justin Puthod gewinnt den taktisch geprägten dritten Task

Der dritte Task des Paragliding World Cup in Gemona bot den Zuschauerinnen und Zuschauern erneut spannenden Rennsport. Die Pilotinnen und Piloten nutzten das alpine Gelände optimal aus und suchten nach der schnellsten und gleichzeitig cleversten Linie über die anspruchsvolle Strecke.

An diesem Tag waren jedoch nicht nur Geschwindigkeit und Flugtechnik entscheidend – vielmehr wurden vor allem kluge taktische Entscheidungen belohnt.

Bereits kurz nach dem Start teilte sich das Feld in zwei Gruppen, die sich nach dem ersten Steigflug für unterschiedliche Routen entschieden. Beide Linien schienen zunächst erfolgversprechend zu sein. Der entscheidende Moment kam jedoch früh im Rennen, als sich eine kleine Spitzengruppe entschied, bis zur Wolkenbasis aufzudrehen, bevor sie den Flug fortsetzte.

Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Die Gruppe erreichte mit rund 2’200 Metern den höchsten Punkt des Tages und verschaffte sich damit den nötigen Höhenvorteil, um sich vom Hauptfeld abzusetzen.

Der Schlüssel zum Tagessieg lag wenig später beim Anflug auf den nächsten Wendepunkt entlang eines markanten Bergrückens. Während viele Piloten die direkte Linie wählten, entschied sich Justin Puthod für eine tiefere Flugroute, um den Bergrücken optimal anzuschliessen. Anschliessend nahm er sich bewusst Zeit, um wieder bis an die Wolkenbasis aufzudrehen.

Diese taktische Entscheidung zahlte sich aus: Die Verfolger erreichten den Bergrücken später und mit deutlich weniger Höhe, wodurch sie seinen Vorsprung nicht mehr wettmachen konnten.

Mit seinem Höhenvorteil und der Führung im Rennen absolvierte Puthod den Hin- und Rückflug vor dem restlichen Feld und schloss sich erst auf dem letzten Streckenabschnitt ins Ziel wieder der Spitzengruppe an. Dank seiner konsequent starken taktischen Flugleistung sicherte er sich den Tagessieg.

Mit diesem Erfolg gewann gleichzeitig auch Team Niviuk die Teamwertung des Tages. Bei den Frauen setzte sich Daphnée Ieropoli mit einer weiteren überzeugenden Leistung durch und sicherte sich den Tagessieg.

Nach drei geflogenen Tasks – inklusive des wetterbedingt abgebrochenen ersten Wettkampftages – entwickelt sich der Paragliding World Cup in Gemona zu einem Wettbewerb, bei dem neben fliegerischem Können vor allem Taktik, Geduld und präzise Entscheidungen den Unterschied ausmachen. Die Vorfreude auf den nächsten Task ist entsprechend gross.

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